Vertikales Video
Ein hohes Bild trägt ein Motiv gut und zwei schlecht — diese eine Tatsache schreibt fast jede Auflösung um.
Worum es geht
Vertikales Video meint Material, das für den 9:16-Rahmen komponiert ist, den Reels, TikTok und Stories bildschirmfüllend zeigen. Das ist eine Handwerksfrage, kein Kampagnentyp: Dieselben Bedingungen gelten für einen organischen Clip, einen Event-Rückblick, eine Produktdemo oder ein Erklärstück. Wo die Social Media Ad über bezahlte Platzierung und eine Testmatrix definiert ist, definiert sich vertikales Video über den Rahmen selbst — hoch, nah, ein Motiv, mit Bedienelementen über oberer und unterer Kante. Die Produktionen sind meist klein und schnell, aber die Auflösungsarbeit ist echt: Eine für die Breite gebaute Szene überlebt den Formatwechsel nicht.
Das Format entscheidet über Umfang, Crew und Zeitrahmen — und zwar bevor das erste Motiv besichtigt ist.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Die Auflösung ändert die Form: Zwei Personen nebeneinander passen nicht — Szenen werden in die Tiefe gestellt, eine Person hinter der anderen
- Oberer und unterer Bildrand gehören der Plattform-Oberfläche: Was dort wichtig ist, verdecken Buttons und Untertitel
- Kamerahöhe und Abstand rücken näher, denn das hohe Bild vergrößert das Motiv und bestraft weite Establishing-Shots
- Captions sind von Anfang an ein Gestaltungselement: Position, Größe und Zeilenlänge stehen vor dem Dreh fest, nicht danach
- Das Monitoring am Set muss den vertikalen Rahmen mit markierten Safe Zones zeigen, sonst wird die Kadrage erst im Schnitt geprüft
Was der Plan liefern muss
Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:
- Eine Shotlist für 9:16 mit Auflösung in die Tiefe und einem Vermerk, wo das Motiv im Bild sitzt
- Eine Safe-Zone-Vorlage auf dem Monitor, damit Kadrage-Entscheidungen am Set die Oberfläche schon berücksichtigen
- Einen Caption-Plan mit Position und Wortlaut, denn ohne Ton trägt der Text die Botschaft
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Breit drehen und auf vertikal beschneiden — das halbiert das Motiv oder lässt es am Bildrand stranden
- Logo oder Kernaussage unten platzieren, genau dort, wo die Plattform ihren eigenen Text hinlegt
- Ein Zweiergespräch nebeneinander auflösen und feststellen, dass kein Gesicht ins Bild passt
Mit TillyGen
TillyGen schreibt die Shotlist für das hohe Bild: Auflösung in die Tiefe, markierte Safe Zones je Setup und Caption-Positionen, die vor dem Dreh feststehen statt im Schnitt.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Können wir ein horizontales Video einfach beschneiden?
Nur wenn das Motiv mittig und allein steht. Sobald zwei Personen, eine weite Umgebung oder Text in den Ecken vorkommen, geht die Komposition verloren — deshalb wird vertikal eigenständig kadriert.
Brauchen wir eingebrannte Untertitel?
Plane sie ein. Feeds laufen ohne Ton, und selbst gesetzte Captions lesen sich besser und passen zum Design — anders als die automatisch erzeugten der Plattform.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.