Call-Sheet-Vorlage

Das Call Sheet ist das eine Dokument, das am Set wirklich jede Person liest — es muss Fragen beantworten, bevor sie gestellt werden.

Worum es geht

Das Call Sheet verdichtet den gesamten Produktionsplan auf einen Tag und zwanzig Hosentaschen. Jeder Fehler multipliziert sich mit der Teamgröße: Eine falsche Call-Time kostet pro Person eine Stunde, eine fehlende Parkplatz-Angabe den halben Vormittag. Gebaut wird es am Vorabend aus dem festgezurrten Drehplan, bestätigt nach Drehschluss, verschickt als ein einziges, klar versioniertes Dokument. Sobald die Crew ihm vertraut, hört das Produktionsbüro auf, um 22 Uhr Anrufe zu beantworten — genau dafür ist es da.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Allgemeiner Crew-Call plus individuelle Call-Times für Cast, Maske und Gewerke, die früher aufbauen — beides ist nie dieselbe Uhrzeit und darf nicht gleich aussehen
  • Ein Motivblock mit vollständiger Adresse, Parkanweisung, Ladeweg und Karten-Pin, weil Navigations-Apps an Gewerbehöfen und Hinterhöfen regelmäßig scheitern
  • Die Szenenübersicht des Tages mit Besetzung je Szene, damit jede Person sieht, wofür sie gerufen ist und was bei Zeitnot zuerst kippt
  • Ein Sicherheitsblock mit dem nächstgelegenen Krankenhaus samt Adresse, Ersthelfer am Set, Wetter, Sonnenauf- und -untergang — ausgefüllt, nicht als Platzhalter

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Zieh den Drehtag aus dem Drehplan und liste seine Szenen in Drehreihenfolge auf, inklusive des geplanten Zeitblocks pro Setup.
  2. Rechne von der ersten Klappe rückwärts: Aufbau, Maske und Kostüm bestimmen, wer vor dem allgemeinen Crew-Call beginnt.
  3. Vervollständige den Motivblock mit Adresse, Parken, Ladeweg und einer Kontaktperson, die morgens tatsächlich die Tür aufschließt.
  4. Ergänze die Tageskontakte — Produktion, erste Aufnahmeleitung, Motivgeber — mit Mobilnummern, die du wirklich geprüft hast.
  5. Füll den Sicherheitsblock aus: nächstes Krankenhaus, Ersthelfer, Wettervorhersage, Sonnenauf- und -untergang sowie Gefahren aus der Gefährdungsbeurteilung.
  6. Verschick die Dispo erst, wenn der Drehschluss des Vortags bestätigt ist, markiere die Version deutlich und erkläre ältere Stände in der Nachricht für ungültig.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Zwei Versionen im Umlauf — die halbe Crew fährt zum alten Motiv, während die andere Hälfte am neuen wartet
  • Den allgemeinen Call mit Drehbeginn verwechseln, sodass die erste Einstellung kippt, bevor der Tag angefangen hat
  • Krankenhaus, Parken oder Sonnenuntergang als TBD stehen lassen — die Felder, die niemand braucht, bis sie plötzlich dringend fehlen

Mit TillyGen

TillyGen erzeugt die Dispo direkt aus dem Drehplan: Verschiebst du eine Szene, bleiben Szenenliste, Besetzung und Zeiten konsistent — du verschickst das Dokument, statt es abzugleichen.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wann verschickst du das Call Sheet am besten?

Am Vorabend, sobald der Drehschluss des laufenden Tages bestätigt ist. Früher riskierst du eine Korrekturversion, später planen alle ihren Morgen ohne Dispo. Eine feste Versandzeit schafft Verlass.

Worin unterscheiden sich allgemeiner Call und individuelle Call-Times?

Der allgemeine Call ist der Start der Mehrheit. Individuelle Zeiten gelten für alle außerhalb dieses Rhythmus — Maske, Aufbau, Cast — und jede bekommt Name und Uhrzeit einzeln zugewiesen.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.