Shotlist-Vorlage

Eine Shotlist übersetzt das Drehbuch in Kameraarbeit — Shot für Shot, mit Größen, Bewegung und einem Plan für die Baureihenfolge.

Worum es geht

Nach Drehbuch-Reihenfolge sortiert ist eine Shotlist ein Wunschzettel, nach Setups sortiert wird sie ein Plan. Jedes Umleuchten und jede Kameraumstellung kostet Minuten, die nicht zurückkommen — Shots mit gleicher Blickrichtung, gleichem Objektivpaket oder gleichem Lichtstand gehören deshalb nebeneinander, egal wo sie im Film liegen. Der zweite Job der Liste ist Triage: Wenn der Tag sich verdichtet, entscheidet die Prioritätsspalte in Sekunden, was überlebt, statt um 16:40 Uhr eine Debatte zu eröffnen.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Eine Shot-ID mit Szenenbezug, damit eine Notiz aus Muster oder Schnitt auf eine Zeile zurückführt statt auf eine Vermutung
  • Spalten für Größe und Bewegung mit festen Kürzeln — Totale, Halbnah, Nah, dazu Dolly, Schwenk oder Handkamera — denn eine vage Beschreibung dreht vage
  • Eine Setup-Spalte, die Shots mit gleichem Licht und gleicher Kameraposition bündelt — daraus entsteht die tatsächliche Drehreihenfolge
  • Eine Prioritätsmarkierung mit drei ehrlichen Stufen — muss, sollte, könnte — vor dem Drehtag mit der Regie vereinbart, nicht währenddessen verhandelt

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Geh das Drehbuch Szene für Szene durch und notiere jedes Bild, das der Schnitt brauchen wird, inklusive der Inserts und Zwischenschnitte, die du schon kennst.
  2. Vergib Größe, Bewegung und Objektivnotiz je Shot mit einheitlichem Vokabular, damit die Bildgestaltung denselben Film liest, den du meinst.
  3. Bündle die Shots nach Kamerarichtung und Lichtstand zu Setups und nummeriere die Setups in ihrer Baureihenfolge.
  4. Schätze Minuten pro Setup — Umleuchten eingerechnet — und halte die Summe gegen die Drehtageslänge, bevor sich jemand festlegt.
  5. Markiere Prioritäten mit der Regie, solange Ruhe ist: Welche Shots tragen den Film, welche tragen Politur, welche sind Luxus.
  6. Geh die Liste mit Bildgestaltung und erster Aufnahmeleitung durch, arbeite Einwände ein, frier sie ein und protokolliere spätere Änderungen sichtbar.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • In Drehbuch-Reihenfolge drehen und es mit einem Umleuchten alle drei Shots bezahlen
  • Alles mit Priorität A markieren, was dasselbe ist wie nichts markieren
  • Größen als Prosa notieren — irgendwie schön weit — die drei Leute auf drei Arten deuten

Mit TillyGen

TillyGen leitet die Shotlist aus deinem Briefing ab und hält sie mit Storyboard und Drehplan verknüpft — ein gestrichener Shot verschwindet aus dem Tagesplan, statt in drei Dokumenten zu spuken.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wie viele Shots passen in einen Drehtag?

Zähl Setups, nicht Shots. Zehn Shots in zwei Lichtstimmungen gehen schnell, zehn Shots mit zehnmal Umleuchten nicht. Schätze pro Setup, rechne die Umbauten dazu — dann bemisst sich der Tag von selbst.

Brauchst du neben dem Storyboard noch eine Shotlist?

Ja, denn beide beantworten verschiedene Fragen. Das Board zeigt, wie das Bild aussieht; die Liste trägt Größen, Reihenfolge, Bündelung und Prioritäten. Mit der Liste arbeitet das Set.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.